Google App Inventor – Softwareentwicklung ohne Programmierkenntnisse?

GoogleWas für ein Versprechen: Software entwickeln ohne Programmierkenntnisse. Klingt verrückt, ist aber genau das, was Google von seiner Entwicklungsumgebung App Inventor behauptet.

Die neue Entwicklungsumgebung wurde gestern als Beta-Version freigegeben und wartet nun auf Testwillige.

Aber ist das wirklich so, wie Google da behauptet?

Google App Inventor

Es klingt schon etwas seltsam, aber Google verspricht doch tatsächlich, dass man mit der neuen IDE App Inventor eigene Anwendungen für Android-Handys entwickeln kann ohne Programmieren zu können.

Das soll deshalb funktionieren, weil einfach kein Code gesschrieben wird. Stattdessen werden Funktionen und Abläufe über Blöcke dargestellt. Durch das richtige anordnen der verschiedenen Blöcke entstehen dann die dementsprechenden Abläufe mit den jeweiligen Funktionen. Die Blöcke haben dann wiederum Eigenschaften, über die man dann die Blöcke anpassen kann – ein interessanter Ansatz.

Die Blöcke

Um auch möglichst viel mit dem App Inventor programmtechnisch abbilden zu können, wurden die verschiedensten Arten von Blöcken erstellt, um alle möglichen Funktionen realisieren zu können.

So gibt es Blöcke um Informationen zu speichern, Blöcke für wiederholende Aktionen und auch welche, um fallabhängige Aktionen durchzuführen.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Natürlich fällt einem doch schnell auf, dass es sich hierbei doch um die typischen Grundbausteine einer jeden Programmiersprache handelt, nur dass sie nicht geschrieben da stehen sondern als Grafikobjekte in Blockform dargestellt werden.

Und irgendwie kommt einem das ganze Konzept doch bekannt vor. Richtig! Das gute alte Flussdiagramm oder auch das Struktogramm (Nassi-Shneiderman-Diagramm), die wohl jeder Softwareentwickler irgendwann mal gelernt hat, sind doch im Grunde das selbe,  nur eben etwas grafisch aufpoliert und mit mehr Eigenschaften. Aber das Konzept ist doch sehr ähnlich.

Kein Programmieren?

Wenn man dies beachtet, dann merkt man schnell, dass Googles Versprechen etwas hinkt. Natürlich muss man keine Programmiersprache wie C#, VB.NET oder Java kennen. Aber das logische Denken, Abstrahieren und Umsetzen, das was Programmieren erst so richtig interessant macht, das muss man auch hier machen.

Natürlich sieht ein „Hello World“, wie in dem unteren Video, für Laien viel einfacher und schicker *reusper* aus als in C#. Aber ist es das auch, wenn man kompliziertere Dinge damit anstellen möchte? – Wahrscheinlich wohl nicht. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass man da schnell den Überblick verliert.

Damit Ihr wisst, wie das Ganze in der Praxis aussieht, ist hier ein kleines Einführungsvideo zu Googles App Inventor:

Für Neugierige geht es hier zu der App Inventor-Webseite, wo Ihr weitere Infos erhaltet.

Fazit

Ich finde die Idee echt witzig und die Umsetzung ist wirklich interessant, auch wenn ich bei komplizierten Aufgaben schon Grenzen sehe. Nichts desto trotz bin ich der Meinung, dass man bei komplexeren Problemstellungen trotzdem das Grundverständnis eines Programmieres benötigt, um damit arbeiten zu können. Denn Programmieren besteht eben nicht nur aus dem bloßen Tippen von Codezeilen.

So, und jetzt bin auf Eure Meinungen gespannt!

Comments
  1. Sascha